Mikronährstoffe bei Nebenwirkungen der Chemotherapie

Inhalt dieser Seite


Wie Sie in unserem Artikel Chemotherapie – Ursachen, Symptome und Therapie bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Chemotherapie. In diesem Artikel wollen wir uns tiefer mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps zur Selbsthilfe geben.

Mikronährstofftherapie bei Nebenwirkungen

Bei Tumorpatienten ist der Bedarf an Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente sekundäre Pflanzenstoffe etc.) krankheits- und therapiebedingt stark erhöht und kann auch durch eine vollwertige Kost nicht mehr gesichert werden. In der Phase der Chemotherapie ist eine ausgewogene Ernährung aufgrund der Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen praktisch unmöglich. Schleimhautschäden durch die Therapie beeinträchtigen zudem die Aufnahme von Mikronährstoffen und verursachen zusätzlich teils erhebliche Mikronährstoffverluste.

Im Gegensatz zu gesunden Menschen sind bei Tumorpatienten schon bei der Diagnosestellung und weit vor dem Auftreten klinisch relevanter Mangelsymptome erniedrigte Konzentrationen zahlreicher Mikronährstoffe (z.B. Selen, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E) im Blut nachweisbar. Zusätzliche Mikronährstoffe sind deshalb vor, während und nach einer Chemotherapie dringend anzuraten.

Das ist vorab wichtig zu wissen: Viele Krebsärzte betrachten die Einnahme von Vitaminen und anderen Mikronährstoffen noch immer skeptisch oder raten sogar davon ab. Dies rührt vor allem von veralteten Vorstellungen über die Wirkmechanismen der Chemotherapie her. Lange Zeit glaubte man, eine Chemotherapie wirke hauptsächlich über die vermehrte Produktion von (aggressiven) freien Radikalen. Da ja bekanntlich Mikronährstoffe auch freie Radikale bekämpfen, wäre die gleichzeitige Einnahme dann tatsächlich wenig sinnvoll. Heute wissen wir aber sehr genau, dass beide Annahmen falsch sind:

Eines der größten Probleme vieler Patienten während der Chemotherapie ist die Mangelernährung. Bei Tumorerkrankungen werden Therapieerfolg und Heilungsprozess maßgeblich vom Ernährungsstatus beeinflusst. So zählt die Mangelernährung zu den häufigsten Todesursachen bei Krebspatienten. Die Mangelernährung wird durch verschiedene Faktoren begünstigt: Dazu zählen der hohe Verbrauch des Tumors selbst und die zahlreichen, oben aufgeführten Nebenwirkungen der Chemotherapie.

Der Ausgleich dieser Mängel durch eine breit gefächerte, möglichst natürliche Mikronährstoffkombination führt zu weniger Nebenwirkungen, zu einer höheren Überlebensrate der Patienten und zu einem besseren Ansprechen der Chemotherapie.

Des Weiteren müssen auch die Einflüsse der Zytostatika auf den Mikronährstoffhaushalt mit einbezogen werden. So führt beispielsweise der Einsatz verschiedener Zytostatika zu einer vermehrten Ausscheidung von Magnesium, Kalium und L-Carnitin mit akuten Mangelzuständen dieser Mikronährstoffe und entsprechenden Folgen wie beispielsweise häufig einem Müdigkeitssyndrom.

Zusätzliche Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, natürliche Carotinoide und Flavonoide oder Selen agieren nicht nur als Radikalfänger und schützen dadurch die gesunden Körperzellen, sie haben auch sonst zahlreiche wichtige Funktionen: Zum einen wirken sie sich positiv auf das Immunsystem aus, fördern den programmierten Zelltod der Krebszellen (Apoptose) und haben wesentliche Aufgaben bei der Regulation des Zellwachstums.

Ein guter, zusätzlich eingenommener Mikronährstoffkomplex enthält daher nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, Coenzym Q10 und L-Carnitin. Die beiden letztgenannten haben in Studien zur Behandlung des Müdigkeitssyndroms nach einer Chemotherapie besonders zu überzeugen gewusst.

So gelten heute Coenzym Q10 und L-Carnitin als die beiden wichtigsten Mikronährstoffe für die Energieherstellung in unserem Körper. Coenzym Q10 schützt dazu unsere Zellkraftwerke, die Mitochondrien, und hilft bei deren Regeneration, wenn sie durch eine Chemotherapie geschädigt wurden. L-Carnitin ist neben einer Verbesserung der Energieproduktion auch für die Steuerung der Ausschüttung von Neurotransmittern (Nervenbotenstoffen) zuständig und hilft so, die gefährdeten Nerven zu schützen.

Zunehmend mehr lernen wir heute über die Bedeutung von sekundären Pflanzenstoffen. Diese, nur in natürlichen Mikronährstoffkomplexen vorkommenden Substanzen, sind zum einen für den Schutz der Mitochondrien zuständig, zum anderen können sie auch die Neubildung der Zellkraftwerke anregen. In einer amerikanischen Studie wurde beispielweise untersucht, welchen Einfluss die zusätzliche Gabe des in Äpfeln, Zwiebeln oder Tomaten vorkommenden Quercitin auf die Neubildung von Mitochondrien bei jungen untrainierten Männern hat. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe konnte schon nach zwei Wochen ein Anstieg der Mitochondrienzahl festgestellt werden. Dazu kommt noch der sehr wichtig Effekt, dass zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe die Wirksamkeit einer Chemotherapie verstärken, indem sie resistente Krebszellen wieder empfindlicher für die Chemotherapie machen.

Insgesamt betrachtet haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als einzelne Mikronährstoffe. So hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker schützend wirken als einzelne Vitamine.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deswegen bei einer Chemotherapie eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Diese erlaubt es, alle oben genannten Vorteile zu vereinen, alle Zellen werden optimal versorgt und Körper und Geist können wieder besser regulieren. Nehmen Sie also zunächst einen natürlichen Mikronährstoffkomplex mit allen Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Omega-3-Fettsäuren und vielen sekundären Pflanzenstoffen. Wichtig dabei ist, dass dieser Mikronährstoffkomplex aus möglichst vielen verschiedenen Lebensmitteln hergestellt wurde. Dadurch erhalten Sie auf jeden Fall eine deutliche Verstärkung der Wirkung, da es nur bei den Kombinationen der Natur zu sehr starken Synergieeffekten kommt.

Von vielen Fachleute empfohlen werden natürliche flüssige Mikronährstoffkonzentrate – diese werden besser vom Körper aufgenommen als Pillen oder Tabletten, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern Sie alle Mikronährstoffe die der Körper täglich benötigt (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Veränderungen im Lebensstil

Neben der gesunden Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine große Bedeutung im Kampf gegen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu. Ganz wichtig ist dabei die regelmäßige körperliche Bewegung an der frischen Luft. Patienten sind während der Chemotherapie häufig erschöpft und körperlich inaktiv. Körperliche Aktivität ist jedoch wichtig, um das Immunsystem zu stabilisieren, hilft Schmerzen zu reduzieren und trägt zur besseren Versorgung der Zellen mit Sauerstoff bei. Schließlich gibt es viele Untersuchungen, die den positiven Einfluss von Bewegung auf die psychische Situation von Krebspatienten belegen. Zudem gibt es nur ganz wenige Situationen, in denen Bewegung tatsächlich schaden kann.

Wenn Sie Sport treiben wollen, sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen. Achten Sie auch auf eine langsame Belastungssteigerung um ein körperliches Erschöpfen zu vermeiden. Und noch etwas ist zu beachten: diese guten Effekte des Sports erreichen Sie nur bei ausreichender Mikronährstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht.

Was Sie selbst tun können

Mikronährstofftherapie

Mikronährstoffkonzentrate Testsieger






Essen und Trinken

Bewegung und Entspannung

Bewegung und Entspannung

Weitere Informationen finden Sie online unter:

Alltagshelfer bei Chemotherapie: Unsere Empfehlungen

Chemotherapie – Ursachen, Symptome und ganzheitliche Therapie

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema